Geschichtsgruppe 12. Mai 2022

Im Rathaus brennt noch Licht
Im Rathaus brennt noch Licht

Zwölf Mitglieder und zwei Gäste konnte Ingobert Rost bei der Eröffnung unseres heutigen Treffens um 18 Uhr begrüßen.

Gast Nr. 1 brauchte nicht vorgestellt zu werden: Dr. Günter Hofmann, allen noch von unserem letzten Treffen unter dem 14. April bekannt. Er hatte sich heute als Zuhörer eingefunden.

Ja, und Gast Nr. 2 brauchte eigentlich auch nicht vorgestellt werden: Michael Morgner, bildender Künstler mit sehr weitreichender Bekanntheit. Ihm stellt Ingobert Rost jetzt die Mitglieder unserer Runde vor.

Michael Morgner

Bevor Michael Morgner zu Wort kommen sollte, gab’s erst einmal allgemeine Informationen, beide mit Bezug auf unser letztes Treffen:

  • Ein zweiter Brief von der Dame, die ihre verflossene Liebe sucht, ist eingetroffen. Antwort erhält sie postalisch und auch persönlich von H+G-Mitglied Steffen Göthel, der in ihrer Wohnortnähe weilt.
  • 2.000 € stehen für vier Brückenschilder bereit. Ingobert Rost zeigt zwei Entwürfe. Deren Holzständer sind bereits im Sägewerk Kunze in Auftrag gegeben.
Entwurfsdruck: Ausgerechnet heute hatte der Druckertinte-Laden zu …

Ingobert Rost berichtet jetzt kurz zum Hauptgast des Abends Michael Morgner („Mo“) und übergibt dann an diesen.

„Kunst vermittelt sich nur über das Herz, nicht über den Kopf“ (Michael Morgner)

Mo berichtet aus seiner Vita und lange und ausführlich aus seinem fast 60jährigen Schaffen. Er brachte seine Freude zum Ausdruck, dass das „Prometheus-Fenster“ in der Schule so schön saniert wurde.
Allgemein sei er froh, dass es noch frühe Arbeiten von ihm gibt, das mag nicht jeder Künstler so.

Mo verdankt sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig seinem Vater, dem seinerzeit hier in Einsiedler praktizierenden Arzt Dr. Kurt Morgner. Dieser drohte, die DDR zu verlassen, wenn sein Sohn nicht zum Studium zugelassen würde, nachdem er bei der ersten Bewerbung abgelehnt worden war.

Mo hatte später dann zu DDR-Zeiten innerhalb 14 Tagen ein Telefon – hervorragend geeignet, dass seine Gespräche durch die Stasi abgehört werden konnten.

Kurze Erklärung zu „Clara Mosch“.

Platzmangel > „Fischaugenobjektiv“ … eigentlich ist alles gerade …

Auf Nachfrage erklärt Mo, dass er Auftragsarbeiten sehr selten ausführt. Und er arbeitet heute fast nur noch in schwarz oder braun, nicht mehr in bunt.
In letzter Zeit male er Bilder von 3×5 Meter, die sich aber auf Grund dieser Größe kaum verkaufen ließen. Einige verschenkte er.

Ingobert Rost zitiert aus einem Freie-Presse-Artikel und dass Michael Morgner einer von vielen Initiatoren zur Rettung des Bahn-Viadukts über die Annaberger Straße ist. Mo übernimmt und berichtet dann ausführlich und ganz sicher nicht pro Bahn.
Er findet, die Rettung dieses Bauwerks sei sein und der Beitrag der Mitstreiter zur Kulturhauptstadt. Er sagt deutlich seine Meinung zu den zum jetzigen Zeitpunkt aktiven Künstlern, die gerade aktuell „auf das Pferd Kulturhauptstadt springen“.
Die Runde spürt, dass sein Blickpunkt darauf der eines Künstlers ist.

Inge Wolf bitte ihn um seine Meinung zum neuen Brunnen „Manifold“. Mo findet ihn interessant, auch wenn er ihn anderes gestaltet hätte. Den nicht realisierten Tassenbrunnen hätte er sich gewünscht.

Eine allgemeine Diskussion über die Vergangenheit entsteht.

Und noch mehr Vergangenes

Ingobert Rost zitiert aus einem Protestschreiben aus 2013 von H+G Einsiedel an den Ortschaftsrat bezüglich des Abrisses der „Hahnbrücke“.
Dann präsentiert er einen Textvorschlag für ein geplantes historischen Schild zu dieser Brücke und zum „Hahngässchen“.
Nochmals Diskussion zu den Entwürfen für die anderen Brückenschilder incl. Ergänzungen und Änderungswünschen.

„Die Bahnstrecke Chemnitz-Aue, Integration in das Chemnitzer Modell 2018-2022“

So lautet der Titel eines Fotobuches von Silvio Müller. Der Autor stellt sein Werk vor und führt aus, dass er noch ein weiteres plant, das sich dann ausschließlich auf den Einsiedler Abschnitt der Strecke bezieht und entsprechend detailliert auf das Baugeschehen und die Veränderung an der Trasse eingehen wird.
Er würde auch diesbezüglich einen Vortrag hier vor der Geschichtsgruppe halten. Das wird sehr gern angenommen und voraussichtlich im September über die Bühne gehen.
Er reicht das aktuelle Buch durch die Runde – viel Lob zu dieser Fleißarbeit.

Das Buch lässt sich hier kostenlos herunterladen: https://1drv.ms/f/s!Ap69nRgM2SMZjog182qkJM7LuKPlOA

Mit berechtigtem Stolz: Silvio Müller und sein Buch

Halbjahrestreffen

Ingobert Rost erinnert an die H+G-Mitgliederversammlung am 4. Juni auf der Wettinhöhe. Gerd Arnold übernimmt und führt weiter aus, z.B. neuer Förster und Altes aus dem Hause Wettin.
Die Thematik schweift ab zur Körnerhöhe und anderen Grundstücken an der Eibenberger Straße. Geschichten aus alter Zeit sorgen für Heiterkeit.

Nächstes Treffen der Geschichtsgruppe am 23. Juni, man rüstet zum Aufbruch.

Gotthard Clauß hat noch einen Nachbrenner. Er übergibt der Geschichtsgruppe eine alte Liedpostkarte und Unterlagen zur Schule.

Künstlerisch wertvoll löst Ingobert Rost die Runde um 20:05 Uhr auf.

Carsten Claus (auch Fotos)
22. Mai 2022

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